"Wild essen, fein trinken"
Wildgemüse und französisch ausgebauter Cuvée beim Stammersdorfer Winzer Martin Strobl
Martin Strobl ist Südtiroler. Das sichert ihm eine Sonderstellung unter den Stammersdorfer Winzern. Dazu besteht sein Betrieb nur aus einem winzigen Winzerhäuschen (Mobilklo gibt's irgendwo am Rand des Grundstücks ...) und ein paar schönen alten Tischen, die zwischen den Reben unter Obstbäumen stehen.
Sehr speziell und sehr, sehr lauschig. Wer den kurzen Weg die Rebzeilen hinauf nimmt, hat dazu einen tollen Stadtblick. Strobls Weine, ganz besonders der Grüne Veltliner 07 aus dem großen Holzfass und die französisch ausgebaute rote Cuvée "Privato", entsprechen nicht wirklich dem Wiener Heurigenstil. Dafür sind sie zu feingliedrig. Gspritztentrinker brauchen sich aber nicht zu schrecken: Heurigen gibt's eh auch. Und ganz wunderbar was zu Essen: Speck und Würscht' der Extraklasse, die Strobl in regelmäßigen Abständen von Kleinstproduzenten aus der Heimat holt, köstliche selbst gemachte Antipasti-Gemüse auch, Kas aus der Heimat, Schüttelbrot ebenso.
Und, ganz besonders, selbst gesammelte und eingelegte Wildgemüse, von denen aber nur auf Verlangen etwas auf die Teller kommt. Weil's ja schad wär, wenn's wer eh nicht mag.
DER STANDARD - "Wild essen, fein Trinken"
Mit diesem Artikel sind viele Wiener Bürger auf unseren im September 2009 eröffneten Wildkräuter-Buschenschank neugierig geworden.
8 Jahre lang haben hatten wir nur wenige Tische im Freien und begeisterten unsere Gäste mit unser Wildkräuterküche und Martins herausragenden Weinen. Vom ersten Jahrgang 2002 lagern mit bombigen Aroma noch 2-3 Flaschen im Keller Die ersten Feste wurden bald gefeiert und verlangten nach wetterfesteren Lösungen.
2017 gelang uns mit dem eigen-skizzierten verglasten Holzpavillon im stehenden Blockbau ein architektonische Gustostück. Wichtig war uns keinen der Terrassen-Bäume zu opfern, um den Spirit des Platzes zu wahren. So sitzt man heute noch unter Fichten, Weinreben und Zwetschkenbäumen.
2019 übernahmen wir gleich nebenan die alte "Schildkrot". Der dunkle Traditions-Heurige wandelt sich seither Schritt für Schritt in eine sonnig-mediterane Weingut-Location. Martin bringt so einen Hauch von "monte-mare" aus Südtirol nach Wien.
Fernab des Stadtkerns, aber doch noch Wien: Stammersdorf lockt Besucher:innen mit gutem Wein, Essen und Aussicht auf die Skyline jenseits der Donau. Unter anderem ins Bio-Weingut Weinhandwerk von Martin Strobl und Věra Vyškovsky, einer von vielen Stammersdorf-Geheimtipps ...
FALTER 37/2022
Holzer im Grätzel: kulinarischer Grätzselrundgang in Stammersdorf
freizeit KURIER - April 2013
A LA CARTE - Wiener Wein - Ausgabe Herbst 2010
Martin Strobl - Kräuter und andere Experimente
Der Falter - Nr. 24/11 - "klein und geheim"
